Die Dauerausstellung des Ortsmuseums Meilen
In der Sammlung im 2. Stock des Museums werden 5 Themen
behandelt, die typisch für Meilen und in keinem andern Museum der
näheren
Umgebung zu sehen sind:
1.
Pfahlbauer
Im Januar 1854 nutzten die Seeanstösser
den seit
Menschengedenken niedrigsten Wasserstand des Zürichsee, um Neuland
zu gewinnen.
Dabei stiessen sie auf morsche Pfähle, Tierknochen und seltsam
geformte Dinge
aus Ton, Holz und Geweih. So begann die
europäische Pfahlbauforschung in Obermeilen. Wie lebten die
Pfahlbauer, wie
erkennt man an den Töpfen die Kultur und standen die Pfahlbauten
wirklich im
offenen Wasser? Diese Fragen werden in diesem Sektor beantwortet.
2. Burg Friedberg
Die Tatsache, dass im Dorfbachtobel
im 13.
Jahrhundert eine Burg gestanden hat, ist nicht speziell
erwähnenswert. Hingegen
wurden dort Funde gemacht, die in der Schweiz einmalig sind und einen
Hinweis
auf das Leben auf einer Burg erlauben. So sind die 2 Schöpfkessel
aus dem
Sodbrunnen, Fragmente von Essgeschirr, ein Signalhorn und Überreste von Kleidung und Schuhen aus Leder
ausgestellt.
3. Alt Meilen
Wussten Sie, dass
- Meilen um 1900 die grösste
Weinbau treibende Gemeinde der Schweiz war?
- bis 1920 die vier Wachten
(Quartiere) ihre eigene Primarschule führten, die Lehrer
anstellten und die
Schulsteuern erhoben?
- in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts Pläne für die unterirdische Führung der
Seestrasse im Dorfkern
gemacht wurden?
4. Kirche
Die älteste Urkunde über
die Kirche in Meilen
datiert aus dem Jahre 965. Kaiser Otto I. schenkte damals das Meilemer
Gotteshaus dem Kloster Einsiedeln. Untersuchungen brachten Fundamente
von
früheren Kirchen sowie zwei Gräber zu Tage. Es ist zu
vermuten, dass die
älteste Kirche zu Anfang des 7. Jahrhunderts entstanden ist und
somit zu den
ersten Kirchen im Kanton Zürich
zählt.
Ausgestellt sind die einzelnen Bauetappen sowie die Funde aus den
beiden
Gräbern.
5. Jean
Jacques Meyer von Meilen (1787 – 1858)
Meyer, geboren im Haus „zum
Bau“ in Meilen, gehörte zu den
bekanntesten Vedutenmalern
seiner Zeit, das heisst zu jener Gattung von Künstlern, die gleich
den heutigen
Photographen dafür sorgten, dass die damaligen Touristen Andenken
nach Hause
nehmen konnten. Die Stiftung Alfred und Margaretha Bolleter, die die
bedeutendste Sammlung des Künstlers besitzt, zeigt einen
Querschnitt aus dem
Schaffen von Meyer, darunter sein Werk „Die Bergstrassen durch
den Canton
Graubünden“.
Die
Sammlung ist während der
normalen Öffnungszeit der Wechselausstellungen zu besichtigen.
Führungen
ausserhalb der Öffnungszeiten können mit dem Kustos D.
Brupbacher (Tel. 044
923 22 82) vereinbart werden.